Tennessee Williams: Orpheus steigt herab

Bühnenbild_Szenischer Raum der TU Berlin
Bühne und Kostüme: Katarína Holková
2016

Was nehme ich wie ein heutiges Problem im Stück auf: Der Verlust von Intimität, Privatsphäre, Grausamkeit, gewisse Exzentrizität oder gewisse Eigentümlichkeit, die Menschen reizen und auch irritieren können. Das Thema ist Beobachtung und auch Altern, rassistische Motivationen, Plappern, verbotene Liebe, Neid, Betrachtung. Die Privatsphäre ist im Alltag, als eine Sphäre des menschlichen Lebens aufgenommen, in die niemand ohne seine Zustimmung eingreifen kann. Wie die Folgen der Nichtbeachtung des Privatlebens sind, zeigt dieses Stück, das traurig und tragisch endet. Ich habe einen solchen Raum gesucht, der ein öffentlicher Raum wäre, vielleicht ein Showroom, das Äquivalent eines Geschäfts oder einer Firma oder ein anderer Treffpunkt, wo sich Menschen begegnen können und gleichzeitig auch ein intimer Raum, in dem sich die Geschichte der großen Liebe abspielt und wo sich gleichzeitig ganze Gesellschaft – Kumpanei treffen kann. Hauptidee des Raumes ist eine Ecke, es ist ein Raum, der nicht abgerundete, aber kantig, eckig ist. Außenwelt trennen die Schaufenster, durch die parallele Situationen, Szenen in die Tiefe und in die Breite entwickeln können werden. Auch genauso, wenn man etwas gleichzeitig vorn oder oben oder abseits abspielt. Der Raum hat unterschiedliche räumliche Sequenzen, die mehr parallele Milieus zu geben ermöglichen. Der Raum sollte das Gefühl schaffen, dass Lady dort 15 Jahre lebt. Der Raum von Jabe ist oben, Jalousien sind fast unten, wir sehen nur Fragment seine Beine und Beine der Krankenschwester. Wir sehen ein Stück des Stabes, wenn er auf den Boden klopft, der gleichzeitig auch die Decke ist. Krankenschwester gießt die Blumen, es ist nur eine Kulisse für die Abhörung. Jabe hat alles unter Kontrolle, alle Informationen führen und fließen zu ihm. Die Säule, an dem das Telefon ist und auf dem sich oben alle Kabel in ein Spionagesystem verzweigen. Was der Ware betrifft, so gibt es nichts, was gekauft werden kann. Auf der Bühne gibt es keine Möbel. Andere Frauen stehen und warten wie an der Bushaltestelle. Der Eintritt von außen ist in der Ecke, die Tür hat keine Klingel und keine Klinke. Dieser dramatische Aufbau verliert in einem Moment logische Anknüpfung, die Wirklichkeit verschwindet irgendwie und Eklektizismus bildet eine Art des Surrealismus, für das eine gewisse Freiheit typisch ist. Alkoven ist unter der Treppe situiert. Frauen haben immer leere Einkaufstaschen. Sie kommen nur so, immer um zu klatschen und tratschen.

 

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